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Der 17. Juni:

Frauen-Union Hünxe führte Veranstaltung zum 50. Jahrestag durch

24.06.2003 1 Minute Lesezeit

    Zum 50. Jahrestages des Volksaufstandes gegen die kommunistischen Machthaber in der DDR und in Ost-Berlin lud die Frauen-Union (FU) Hünxe am Dienstag Abend zu diesem Thema ein.
    Nach den einleitenden Worten durch die FU-Vorsitzende Adelheid Windszus stellte der Hünxer CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Wilhelm Windszus in einer digitalen Bildschirmpräsentation noch einmal die Fakten über Vorgeschichte und Ablauf des Volksaufstandes vor 50 Jahren dar. Abschließend schlug er eine Brücke zu den erfolgreichen Demonstrationen im Herbst 1989, die zum Sturz der SED-Diktatur, zum Fall der Berliner Mauer und zur deutschen Einheit führten.

    Der frühere stellvertretende Landrat im Kreis Wesel, Karl Göllmann, berichtete eindrucksvoll über seine Erlebnisse in der ganz jungen DDR. Nach einem mißglückten Fluchtversuch wurde er in einer Nacht- und Nebelaktion 1952 in die Bundesrepublik abgeschoben wurde. Er hatte als politischer Gefangener Anfang der 50er Jahre mehrere DDR-Haftanstalten von innen kennenlernen müssen– bekanntlich kein Vergnügen!

    Bärbel Kohler, Mitglied des CDU-Vorstandes aus Neuss, die 1984 als Dissidentin die DDR in Richtung Neuss verließ, berichtete über das Leben nach dem 17.Juni 1953 in der DDR. Die Angst der Bürger vor der allgegenwärtigen Staatssicherheit unter ihrem Chef Erich Mielke und die Unterschiede in der deutsch-deutschen Sprache.
    Ihr Vater war zur Zeit des Volksaufstandes 1953 als Mitglied der Kasernierten Volkspolizei in Potsdam stationiert. Weil er erst 19 Jahre alt war und dazu Maurer, ließen ihn die Chefs seiner Einheit nicht mit nach Ost-Berlin zur Niederschlagung des Aufstandes ausrücken, da sie befürchteten, er könnte während des Einsatzes als junger Arbeiter auf die Seite des Volkes überlaufen.

    Zu der FU-Veranstaltung erschienen auch einige Zeitzeugen des 17. Juni 1953, die dieses Datum in der DDR erlebten. Erich Lehmann, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Hünxe von Anfang der 70er Jahre bis 1984 und auch deren Gründungsmitglied, lebte zu diesem Zeitpunkt im sachsen-anhaltinischen Zerbst und schilderte seine Erlebnisse. Auch Siegfried Rönnebeck, heute Vorstandsmitglied der Senioren-Union Hünxe, der damals in Stendal (Sachsen-Anhalt) wohnte, trug seine Erlebnisse als Zeitzeuge des 17. Juni vor.

    Eine sehr lebhafte und kritische Diskussion rundete diese sehr informative und bewegende Veranstaltung ab. Alle Teilnehmer des Abends versuchten in angeregter Weise, deutsche Geschichte und Sprache einander näher zu bringen.