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NGZ-Interview zur Wahl der Bundeskanzlerin

Ernste Zeiten, ernste Frau

23.11.2005 1 Minute Lesezeit
Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 23. November 2005

Jens Küsters (24) liebt die leisen Töne. Das gute Ergebnis ist ihm stets wichtiger als die geräuschvolle Schlagzeile. Vor Jahresfrist wurde er zum Vorsitzenden der Neusser Jungen Union (JU) gewählt, der Nachwuchsorganisation der CDU. Nach einer Ausbildung zum Fachinformatiker arbeitet er heute bei der Tricus Systemhaus GmbH im Pressehaus an der Moselstraße. Küsters ist Vorstandsmitglied der CDU in Stadt und Kreis Neuss; zudem sitzt er als Sachkundiger Bürger im Jugendhilfe- und Kulturausschuss der Stadt Neuss. Im Interview mit NGZ-Redaktionsleiter Ludger Baten bewertet er den Tag der Merkel-Wahl.

Herr Küsters, mit welchen Gefühlen haben Sie die Wahl von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin verfolgt?

Küsters: Die Freude ist natürlich groß, denn wir haben als Wahlkampf-Helfer unseren bescheidenen Anteil am Erfolg geleistet. Allerdings haben wir auf eine andere Regierungskoalition hingearbeitet. Doch auch schwarz-rot hat ein gutes Ergebnis ausgehandelt. Der Koalitionsvertrag besitzt Substanz und hat Perspektive.

Ein Koalitionsvertrag ist auch immer ein Kompromiss. Was gefällt Ihnen an den Vereinbarungen nicht?

Küsters: Dass die Staatsfinanzen in Ordnung gebracht, die Schulden abgebaut werden, ist zwingend. Darauf müssen gerade die jungen Generationen bestehen. Ich halte es allerdings für das falsche Signal, dass man hier erst in einem Jahr ansetzen möchte.

Welche Erwartungen verbinden Sie mit der Wahl von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin?

Küsters: Sie wird eine starke Kanzlerin sein, die ihre Richtlinienkompetenz durchzusetzen wissen wird. Ich hoffe, dass am Ende dann auch eine Unions-Handschrift in der Regierungspolitik erkennbar sein wird.

Die Juso-Vorsitzende Constanze Kriete vermisst Fröhlichkeit bei der neuen Kanzlerin. Was sagen Sie?

Küsters: Es sind ernste Zeiten, da passt Ernsthaftigkeit ins Bild. Außerdem ist es eine Frage des Typs. Auch ich fände es schön, wenn sie etwas öfter lächeln würde.

Der politische Gegner von einst ist jetzt der Partner. Hat sich Ihr Verhältnis zu SPD-Politikern geändert?

Küsters: Es ist schon ungewohnt, dass wir jetzt mit der SPD in einem Boot sitzen. Aber im Land sowie in Stadt und Kreis sind wir weiterhin politische Wettbewerber. Im persönlichen Umgang mit Sozialdemokraten stelle ich in Neuss keine Veränderung fest. Wir sind uns auch früher anständig begegnet.