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Dress-Code schafft Wir-Gefühl

22.06.2004 2 Minuten Lesezeit
Junge NGZ vom 22. Juni 2004

    Bereits mit zwölf Jahren war ihr klar, dass sie einmal irgendetwas in der Politik machen möchte. Viereinhalb Jahre später war es soweit: Karolina Swiderski wurde Mitglied der Schülerunion. Mit ihren Eltern diskutierte die heute 18-Jährige oft über politische Themen.

    „Wir waren ganz und gar nicht immer einer Meinung“, erinnert sich die Quirinus-Schülerin gut. Seit November 2002 ist sie zusätzlich stellvertretende Landesvorsitzende der Schüler-Union, seit Februar diesen Jahres Kreisvorsitzende. Mit ihren Kollegen im Kreisvorstand erarbeitet Karolina zurzeit einen Fragebogen für die Schulen im Rhein-Kreis. „Wir wollen natürlich in erster Linie die Interessen der Schüler vertreten“, so die Jung-Politikerin.

    Die Fragen beziehen sich nicht nur auf den Unterricht und das Verhältnis zu den Lehrern, sondern hinterfragen auch das Material, das zur Verfügung steht, sowie die Verpflegung. „Wenn wir die Bögen zurück bekommen haben, dann wollen wir uns mit den Schülervertretungen, den Lehrern, den Politikern und der Verwaltung zusammen setzen und Missstände ausmerzen“, informiert Karolina.

    Mit Schule beschäftigt sich auch ein weiteres Thema, das Karolina am Herzen liegt. So setzt sich die Kaarsterin für die Einführung eines sogenannten Dress-Codes ein. Dieses System, das bereits in den USA erfolgreich praktiziert wird, sei eine Alternative zur oft kritisierten Schuluniform. „Denn beim Dress-Code wird nur eine grobe Vorgabe über die Kleiderordnung gemacht, wie zum Beispiel Hemd und Stoffhose“, erklärt Karolina.

    So sei es immer noch möglich, seine Individualität zu betonen. „Aber man wirkt auf diese Weise dem Markenwahn entgegen und schafft auch eine Art Wir-Gefühl“, ist die junge Frau überzeugt. Auch meint sie, durch angemessene Kleidung den Lehrern und der Schule Respekt zu erweisen. Schule und Freizeit seien eben zwei verschiedene Dinge.

    Auch das Thema „Jugendkriminalität“ beschäftigt die 18-Jährige sehr. „Jugendkriminalität fängt nicht erst bei Gewalttätigkeit an“, so die Kreisvorsitzende. Bereits in den Grundschulen werden Kinder von Mitschülern belästigt und/oder unter Druck gesetzt. Dem müsse man massiver entgegen wirken. In Warschau geboren, kam Karolina Swiderski bereits mit zwei Jahren nach Kaarst.

    Dort besuchte sie das Albert-Einstein-Gymnasium und wechselte nach der zehnten Klasse aufs Neusser Quirinus-Gymnasium. Im Party-Komitee der Schule sorgt sie mit dafür, dass regelmäßig Geld in die Stufenklasse fließt. Nicht ständig beschäftigt sich die 18-Jährige neben der Schule mit Politik. Sie geht gerne mit Freunden aus - ins Kino oder in eine Cocktailbar. Mit „der Politik“ hat sie erst angefangen. Da will Karolina noch einiges bewegen.

    „Mal schauen, wo ich noch hinkomme“, meint sie mit einem spitzbübischem Lächeln.