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Deutschkurse für Kinder flächendeckend erforderlich

02.04.2001 1 Minute Lesezeit

    „Wir brauchen in Neuss ein flächendeckendes Angebot an Deutschkursen für Kinder, die ohne deutsche Sprachkenntnis in diese Stadt gekommen sind.“ Das fordert die CDU-Stadtverordnete Ursula von Nollendorf. Eigentlich hatte die Bezirksregierung Düsseldorf den Schulträgern Ende letzten Jahres die Möglichkeit eröffnet, für „Sprachkurse an Schulen zur Förderung von Migrantenfamilien in Deutsch“ eine Landesförderung zu beantragen. Die Förderung beträgt 3.000 DM je Kurs. Vorrangig sollen nach dem Wunsch des Geldgebers jedoch Kurse an Schulen in den vom Land anerkannten Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf und in sozialen Brennpunkten stattfinden. Da die Stadt Neuss nicht über solche Stadtteile verfüge, so von Nollendorf, stützte sich der Antrag auf soziale Brennpunkte und Grundschulen mit hohen Ausländeranteilen. Das Resultat: Für die in der letzten Schulausschusssitzung dargestellten und beantragten 13 Kurse hat die Bezirksregierung nur fünf genehmigt.

    Die schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion begrüßt die Sprachkurse, die dem Erwerb der deutschen Sprache vor der Einschulung dienen und im Schulhalbjahr vor der Einschulung besucht werden sollen. Eltern könnten ebenfalls teilnehmen. Es sei aber bedauerlich, dass nicht einmal die Hälfte der von der Stadt Neuss beantragten Sprachkurse zugelassen wurde. Von Nollendorf: „Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass mit Zig-Millionen Fördermitteln gewunken wird, und wenn es dann ernst wird, entpuppt sich alles als ein Tropfen auf den heißen Stein.

    Ein anderes Beispiel für die „Luftblasenpolitik“ der Landesregierung: Die Schulministerin hatte vor gar nicht langer Zeit einen verpflichtenden Sprachunterricht im Kindergarten gefordert, von den notwendigen Mitteln ist jedoch bis heute nichts mehr zu hören. Von Nollendorf fordert deshalb: „Wenn Integration gewünscht ist, muss diese schon im Kindergarten beginnen, damit die Basis für die Schulzeit gelegt wird.“

    Von Nollendorf kündigt nun an, sich mit dem unbefriedigenden Ergebnis des Angebots der Landesregierung nicht zufrieden zu geben und in einem Antrag die Stadtverwaltung zu bitten, nach Möglichkeiten eines flächendeckenden Sprachunterrichts zu suchen. Dabei sollten auch „kreative Ansätze“ wie beispielsweise eine Kooperation mit der Volkshochschule auf ihre Erfolgschance geprüft werden.