CDU zur Gesamtschuldebatte

„Zu kurz gedacht“, äußert sich der CDU-Vorsitzende Dr. Jörg Geerlings zum Vorschlag des Neusser Bürgermeisters Herbert Napp über eine dritte Gesamtschule in Neuss. „Das neue Schulgesetz der Landesregierung ist gerade da und wird erhebliche Verbesserungen für die Schullandschaft mit sich bringen“. Die Schulpolitik sei der Grund für die Abwahl der damals rot-grünen Landesregierung gewesen.
Wesentlicher Grund war das katastrophale Abschneiden nordrhein-westfälischer Schulen im Vergleich zu anderen Ländern, wie es sich etwa aus der PISA-Studie ablesen ließ. „In Neuss leisten die Gesamtschulen hervorragende Arbeit und sind wesentlich besser als im Landesvergleich“. Das ändere aber nichts daran, dass eine Debatte des Bürgermeisters derzeit verfehlt sei.

„Wichtig ist eine Stärkung des gegliederten Schulsystems." Wesentlicher Punkt sei die Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schulformen, also die Möglichkeit, beispielsweise von der Haupt- auf die Realschule zu wechseln. Dies sehe das neue Schulgesetz vor und könne durch Förderkurse erleichtert werden. Dadurch erhielten Schülerinnen und Schüler größtmögliche Chancen. Hinzu sollte ein verbessertes Nachmittagsangebot treten. „Erfolge sind schon klar beim Unterrichtsausfall zu erkennen, der deutlich reduziert werden konnte, etwa indem bereits mehr als die Hälfte der zugesagten 4.000 Lehrerstellen in Nordrhein-Westfalen geschaffen wurden.“ Unter der rot-grünen Landesregierung gab es in Nordrhein-Westfalen noch fünf Millionen Stunden Unterrichtsausfall pro Jahr.

Mit Spannung könne man zudem auf die ersten Ergebnisse des Zentralabiturs warten. Die Diskussion des Bürgermeisters schwäche bestehende Schulen im gegliederten System, insbesondere die Hauptschule, die die Landesregierung besonders fördern will. Stattdessen müsse mehr für die Profilierung der einzelnen Schulen getan werden, unabhängig davon, ob es sich um eine Haupt-, Real- oder Gesamtschule oder ein Gymnasium handele. "Kurzfristiger Aktionismus hilft nicht", so Geerlings.