CDU sucht Zukunft der Stadtwerke

Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 4. November 2006

Foto: www.photocase.com / miggmag

Die von Aufsichtsrat und Geschäftsführung angestrebte Fusion der Neusser Stadtwerke-Tochter „Energie und Wasser“ mit den Stadtwerken Krefeld findet in der Politik nicht ungeteilte Zustimmung. Insbesondere die CDU-Mehrheitsfraktion will überzeugt werden. Ergebnisoffen steuert Partei-Chef Dr. Jörg Geerlings den Meinungsbildungsprozess. „Geerlings macht das sehr gut“, lobt ein erfahrener Christdemokrat, „er bereitet das Thema professionell und sachlich auf.“

So organisiert der junge Partei-Chef auch die nächste Informationsveranstaltung. Wenn sich die CDU-Ratsfraktion am 20. November zur nächsten Sondersitzung in Sachen Stadtwerke trifft, wird Professor Johann Christian Pielow referieren.

Der geschäftsführende Direktor des Instituts für Berg- und Energierecht der Universität Bochum gilt als ausgewiesener Fachmann auf dem Feld der Energiewirtschaft.

Jörg Geerlings geht es darum, den „globalen Rahmen“ abzustecken, in dem sich die jüngsten Fusionspläne bewegen: „Wichtig ist doch, dass denjenigen, die entscheiden müssen, einmal der ganze Hintergrund von potenziellem Veränderungsbedarf klargemacht wird, und dies möglichst von jemandem, der nicht einer bestimmten Lobby-Gruppe angehört.“ Professor Pielow ist so ein unabhängiger Fachmann.

Bereits Mitte Oktober hatte sich die CDU-Fraktion in einer Sondersitzung mit der Stadtwerke-Zukunft beschäftigt. Damals hatte Stadtwerke-Geschäftsführer Heinz Runde mit seinem Vortrag noch keine Begeisterung für die Fusion auslösen können.

Bei der jüngsten Gesellschafterversammlung - für die Stadt Neuss ist das der Hauptausschuss - warb Runde erneut für seine Pläne.

Ein christdemokratischer Teilnehmer bescheinigte dem Stadtwerke-Chef dann auch, er habe seine Performance - im Vergleich zum Referat vor der Fraktion - „deutlich verbessert“.

Gleichwohl bezweifeln Beobachter, „dass die Substanz ausreicht“. Auf zu viele Fragen gebe es zu wenige Antworten. Im Moment erscheine auch eine Einkaufskooperation auf dem Gasmarkt attraktiv. Zumindest werde die Fraktion auch diese Variante umfassend prüfen.

Für den Minderheitsgesellschafter Thüga AG (15 Prozent) nahm Dr. Herbert Rüben an der Gesellschafterversammlung teil. Er ist Vorstand der Thüga AG und gehört dem Aufsichtsrat der Neusser Stadtwerke-Tochter „Energie und Wasser“ an.

Auf Anfrage der NGZ äußerte sich Rüben zurückhaltend. Als Minderheitsgesellschafter sehe er die Thüga eher in einer „beratenden Rolle“. Ausschlaggebend seien letztlich für alle Beteiligten allein wirtschaftliche Aspekte. Einer Fusion stehe er nicht ablehnend gegenüber: „Wir treten für die beste Lösung ein.“