CDU-Stadtratsfraktion schließt Sommertour zu Wirtschaftsbesuchen 2010 ab

Mit drei wiederum äußerst interessanten Begegnungen schloss die CDU-Stadtratsfraktion am Dienstag ihre diesjährige Sommertour zu Wirtschaftsbesuchen ab. Auf dem Programm von Fraktionsvorsitzendem Karl Heinz Baum, seinen Stellvertretern Anna Maria Holt und Dr. Jörg Geerlings MdL sowie der Stadtverordneten Elisabeth Heyers standen dabei Gespräche mit Vertretern der GWN, der Hochschule Neuss und des Novotels „Am Rosengarten“.

Geschäftsführer Christoph Schnitzler, pädagogischer Leiter Harald Mantai und Produktionsleiter Franz Rath hatten sich als Führung der Gemeinnützigen Werkstätten Neuss (GWN) Zeit genommen, das eigene Unternehmen vorzustellen. Mit der notwendigen Mischung aus christlicher Verantwortung und betriebswirtschaftlichem Spürsinn schaffen es Schnitzler und seine Mitarbeiter, 870 Beschäftigten mit unterschiedlichen körperlichen und geistigen Behinderungen eine Perspektive zu geben. Dafür wird die große Zahl von 20 Arbeitsbereichen genutzt, um jeden anvertrauten Menschen nach seinen Fähigkeiten einzusetzen. Auf diese Weise leisten selbst schwerst körperlich und geistig Behinderte einen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Der zeigt sich nicht nur darin, dass erfolgreiche Produkte, wie der Versand von Broschüren für fast alle Landesministerien oder die Aktenvernichtung, angeboten werden, sondern auch darin, dass ein Drittel der Mittel selbst erwirtschaftet wird. Das geht nicht ohne großes Engagement der mehr als 150 betreuenden Mitarbeiter. Sie sind es, die Sorge dafür tragen, dass die Menschen mit Behinderungen nach ihren ganz speziellen Fähigkeiten eingesetzt werden und so Gemeinschaft erfahren können. Davon konnten sich die Vertreter der CDU-Stadtratsfraktion beim anschließenden Rundgang überzeugen. „Hier sind nicht nur knapp vierzig Jahre Erfahrung zu spüren, sondern auch der Anspruch, jedem Mitarbeiter ein Stück Lebensqualität und Perspektive zu geben“, zeigte sich Baum im Anschluss beeindruckt.

Die Hochschule Neuss gab sich erst kürzlich den Beinamen „Für internationale Wirtschaft“. Ausdruck dafür, wo Gründungsrektor und mittlerweile Gesellschafter und Präsident Dr. Otto Jockel ‚seine Hochschule‘ in fünf Jahren sieht. Die Angebote der „School of Logistics“ und der „School of Commerce“ seien nicht nur für deutsche Studenten interessant, sondern auch für asiatische und osteuropäische, unterstreicht Jockel. Für diese gehöre dann selbstverständlich auch eine soziale und organisatorische Betreuung dazu. Internationalität sei ein wichtiges Stichwort bei der Ausbildung, erläutert Jockel. Dazu gehörten die schrittweise Einführung der Vorlesungen in englischer Sprache ebenso wie ein obligatorisches Auslandssemester. Die Zeichen stehen auf Erfolg für die Neusser Hochschule. Wurden im letzten Jahr noch 20 Studenten aufgenommen, werden es jetzt 60 sein. Beworben haben sich noch viel mehr, aber „es muss passen“, so Jockel. Die Studiengebühren werden i.d.R. von den Unternehmen übernommen, denn das Studium an der Hochschule Neuss gibt es nur dual. Entweder in Verbindung mit einer Berufsausbildung oder berufsbegleitend. Jockel sieht ganz klare Vorteile in der engen Verzahnung mit der Wirtschaft. So bleibe die Ausbildung praxisnah. Dies treffe auch auf etwaige Forschungsaufträge zu. „Dr. Jockel und seine Kollegen haben sich mit viel Elan an die Entwicklung dieser Hochschule begeben“, erklärt Fraktionsvorsitzender Karl Heinz Baum im Anschluss. Sie wird zukünftig ein wichtiger bildungspolitischer Baustein des Standorts Neuss sein“, ergänzt der stellvertretende Vorsitzende Wirtschaft Dr. Jörg Geerlings MdL. Er hatte im Ergebnis eines CDU-Stadtparteitags die politische Initiative für die Gründung dieser Hochschule ergriffen.

Die Entwicklung des Fremdenverkehrs in Neuss stand im Mittelpunkt des Gesprächs mit Novotel-Direktor Edgar Vonderweiden. Die Hotellerie in Deutschland unterscheide sich von dem weltweit Typischen in zwei Dingen besonders, erläuterte Vonderweiden eingangs. So gehören nur etwa 30 % der deutschen Hotels zu Ketten, der anderen werden privat geführt. Daneben sei die deutsche Hotellerie sehr von Messen abhängig. Das träfe auch auf Neuss zu. So gäbe es einen Vierjahreszyklus im Hinblick auf die Düsseldorfer Messen. Am nachfragestärksten sei das Drupa-Jahr. Sein Augenmerk sei jedoch darauf gerichtet, Neuss nicht als Dependance von Düsseldorf zu vermarkten. Vielmehr gelte es, die Alleinstellungsmerkmale in den Vordergrund zu bringen. Dazu gehörten neben dem Schützenfest auch das Shakespeare-Festival und die Internationalen Tanzwochen. In diesem Sinne sei es auch wichtig, die Stadthalle noch besser zu vermarkten. „Wir sind froh, dass sich Novotel zu unserem Standort am Rosengarten bekannt hat. Zusammen mit der Stadthalle handelt es sich um ein wichtiges Neusser Angebot“, betont die zuständige Stadtverordnete Elisabeth Heyers.
„Wir haben bei unseren drei Terminen wieder sehr viel Interessantes über die in Neuss ansässigen Unternehmen und deren aktuelle Entwicklungen erfahren“, resümiert Baum. „Eine Fortsetzung der Wirtschaftsbesuche im nächsten Jahr wird es auf jeden Fall geben“, kündigt Geerlings abschließend an.