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CDU-Mitglieder informieren sich über Neusser Stadtbibliothek

05.06.2001 2 Minuten Lesezeit

    Einen Blick hinter die Kulissen oder besser hinter die Bücherregale hatte die stellv. CDU-Vorsitzende Dorothea Gravemann den Besuchern der Stadtbibliothek versprochen. Im Rahmen des CDU-Sommerprogramms sollte es Informationen zu städtischen Einrichtungen geben, und die meist weiblichen Mitglieder der Besuchergruppe bestätigten nicht nur den Satz „Lesen ist weiblich“, sondern auch den hohen Informationsgehalt des Abend. „Wir haben viel erfahren, was uns vorher als Nutzer nicht bekannt war, aber was wir immer schon wissen wollten.“

    Bibliotheksleiter Dr. Alwin Müller-Jerina und sein Stellvertreter Dr. Uwe Pauschert nutzten die Gelegenheit, den Besuchern ihre Bücherei nahezubringen. Aus etwa 80.000 jährlichen Neuerscheinungen, allein auf dem deutschen Büchermarkt, wird eine Auswahl getroffen, die auf die Interessen und Bedürfnisse des Neusser Lesepublikums zugeschnitten ist. Problem dabei sei, dass der Medienbestand zwar ständig wachse, leider aber räumliche Grenzen gesetzt seien. „Wenn auf einmal alle Leser ihre Bücher ins Haus zurückbrächten, wäre der Platz am Neumarkt nicht ausreichend“, beschreibt Müller-Jerina die Situation. Darum sei der Medienbestand auch immer einer kritischen Prüfung ausgesetzt: „Wir sortieren aus, um Platz für aktuelle Bücher zu haben und so den Nutzern eine spannende Bibliothek zu bieten, so der Leiter, der auf die Wichtigkeit eines angemessenen Erwerbsetats hinwies. „Ohne neue Bücher werden auch die vorhandenen Bestände nicht mehr genutzt, weil die Bibliothek dann unattraktiv ist.“
    Von diesem Zustand ist die Stadtbücherei allerdings weit entfernt. Mit täglich durchschnittlich beinahe 1.000 Nutzern erreicht keine andere Kultureinrichtung der Stadt einen so hohen Anteil der Bevölkerung. „Die Stadtbibliothek gehört zur kulturellen Grundversorgung der Stadt und ist für das Kulturangebot in Neuss unverzichtbar,“ markierte die Initiatorin des Besuches den hohen Stellenwert des Hauses am Neumarkt.

    Mit zahlreichen Veranstaltungen zieht die Stadtbibliothek immer wieder auch neue Leute ins Haus. Literaturlesungen, wie vor kurzem mit dem in Neuss geborenen Dieter Wellershoff, Ausstellung über Bob Dylan ergänzt durch Buchpräsentationen oder ganze Veranstaltungsreihen etwa zur aktuellen polnischen Literatur im letzten Jahr, ergänzen den Ausleihverkehr.

    Dabei sehe sich die Stadtbibliothek nicht nur als Literaturvermittlerin, sondern auch als effiziente Informationsbeschaffungsstelle für Schule, Ausbildung und Qualifikation. „Unser Bestand an Sachbüchern bietet viel und zahlreiche Nutzer beweisen, dass unser Haus ein qualifiziertes Angebot hat, so der Leiter Müller-Jerina.
    Dr. Pauschert konnte am Ende des Rundgangs, der die Bücherfreunde auch ins ansonsten unzugängliche Magazin geführt hatte, die technische Ausstattung vorstellen. Der Katalog der Bibliothek ist dabei längst per Computer verfügbar. Die kostenlosen Internet-Angebote werden intensiv genutzt. „Eine Bibliothek ohne Internet-Möglichkeiten, die den Medienbestand sinnvoll ergänzen, ist heute nicht mehr möglich. Die Zahl der Kunden, die beides brauchen, wächst,“ zeigte Dr. Pauschert Verbindungen zwischen klassischer und aktueller Informationssuche auf.
    Das breitgefächerte Angebot lohnt den Erwerb eines Leserausweises, waren sich die Besucher einig und nahmen die Idee, bei nächster Gelegenheit einmal einen Leseausweis zu verschenken, als Anregung mit nach Hause.