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CDU-Leitantrag zur Integration von Ausländern: "Sprachkenntnisse entscheidend"

27.06.2001 1 Minute Lesezeit
Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 27.6.2001

    Die CDU-Fraktion will die städtischen Mittel für die Integration von Ausländern auf das Erlernen der deutschen Sprache konzentrieren. Das sieht ein Leitantrag vor, den die Union am Freitag im Rat einbringen wird.

    "Ohne das Erlernen und Beherrschen der deutschen Sprache ist eine Integration in die Gesellschaft nicht möglich", so die CDU-Politiker Dr. Bernd Koenemann (Fraktionsvorsitzender), Dorothea Gravemann (stellvertretende Parteichefin), Anna Maria Holt (Vorsitzende des Sozialausschusses) und Waltraud Beyen (Leiterin des Deutsch-Türkischen Forums) gestern bei der Vorstellung der Initiative. Die CDU hat 13 Punkte erarbeitet, die den Lebensweg eines Menschen von der Spielgruppe für Kinder bis zur Kulturveranstaltung für Erwachsene beschreiben. "Gleichgültig welchen Alters er ist, jeder soll die Gelegenheit haben, Deutsch zu lernen. Da kann man gar nicht ideenreich genug sein", heißt es.

    Da vor allem viele Mütter über zu geringe oder überhaupt keine Deutschkenntnisse verfügten, hätten ihre Kinder keine Chance, die deutsche Sprache im Elternhaus zu lernen. Daher sollen schon vor dem Kindergarten Spielgruppen eingerichtet werden, die dem gemeinsamen Lernen der Sprache von Müttern und Kindern dienen. "Damit haben wir in Neuss die Nase vorn", so die Union. Es sei überdies zu prüfen, ob im Kindergarten Förderprojekte ermöglicht werden könnten, um bereits vor Schulbeginn fehlende Deutschkenntnisse auszugleichen. Die jetzt bereits angebotenen Kurse in den Grundschulen sollen bedarfsgerecht auf alle Einrichtungen dieser Art im Stadtgebiet ausgeweitet werden.

    "Das pädagogische Konzept der Ganztagsgrundschule bietet gute Fördermöglichkeiten für den Kreis der Kinder ohne ausreichende Sprachkenntnisse", heißt es. Deshalb halte die CDU auch daran fest, eine Ganztagsgrundschule anzubieten. "Gerade bei Jugendlichen spielt die Motivation eine besonders große Rolle. Daher sollten sie mit altersgemäßen attraktiven Angeboten in speziellen Kursen unterrichtet werden. Streetworker als Form der aufsuchenden Sozialarbeit können Jugendliche gezielt ansprechen und jungen Ausländern und Aussiedlern Angebote zum Spracherwerb nahe bringen", so steht es im Leitantrag zu lesen. Sportvereine und Jugendverbände sollen sinnvoll in die Gesamtplanung miteinbezogen werden.

    In Zusammenarbeit mit freien Trägern soll das schon bestehende Angebot an Deutschkursen für Erwachsene ausgeweitet werden. "Die Entwicklung und Umsetzung der geforderten Konzeption soll in der Verwaltung dezernatsübergreifend geschehen, um Doppelarbeit zu vermeiden und ein abgestimmtes Angebot zu entwickeln", so die CDU, die sich erst einen genauen Kostenrahmen erhofft, wenn das Vorhaben konkret geplant ist.
    -tz-