CDU für Neukonzeption der Bäderlandschaft

Geht es nach dem Willen der Sport-Fraktion der CDU, so soll die Neukonzeption der Neusser Bäderlandschaft so schnell wie möglich in Angriff genommen und umgesetzt werden. Die Sport-Experten der Christdemokraten haben das Bädergutachten der Altenburg-Unternehmensberatung aus Düsseldorf, das Mitte Dezember in der gemeinsamen Sitzung von Schul- und Sportausschuss vorgestellt worden war, intensiv beraten.

Ihr Ergebnis: "Das Gutachen ist in Ordnung und von hoher Qualität", sagt Rolf Knipprath, Vorsitzender des Sportausschusses. Weiter: "Wir haben uns mit allen vorgeschlagenen Varianten beschäftigt und uns für Variante III entschieden. Wir wollen es, abgesehen von kleinen Modifizierungen, eins-zu-eins umsetzen. Dies werden wir auch der Fraktion vorschlagen." Laut Variante III, die auch vom Gutachter favorisiert wird, solle das Nordbad-Freibad wegfallen und anderweitig genutzt, das dortige Hallenbad zum "Gartenhallenbad" ausgebaut und das Südparkhallenbad zu einem Freizeitbad umgestaltet werden. Kostenpunkt der Gesamtinvestitionen nach Schätzung der Gutachter: etwa 14,2 Millionen Mark.

Aus Sicht von Knipprath wäre dies das größte Sport-Projekt der nächsten Jahre und "längst überfällig. Was attraktive, an den Bedürfnissen der Öffentlichkeit orientierte Bäder betrifft, hinken wir hinterher." Im Mittelpunkt der Beratungen habe "natürlich auch die Frage der Finanzierung" gestanden, so Knipprath. "Unsere Haltung ist dabei klar: Bei Beibehaltung des Status quo müssen mittelfristig neun Millionen Mark für Sanierungsmaßnahmen investiert werden, ohne dass dadurch ein Mehr-Wert erreicht wird. Die Alternative ist eine Investition von 14,2 Millionen Mark, die für einen eindeutigen Mehr-Wert der Bäderlandschaft sorgt und zudem noch eine jährliche Einsparung von 250.000 Mark erwirtschaftet. Die ursprüngliche Vorgabe, jährlich eine Million Mark einzusparen, war unrealistisch."

Für Knipprath steht eines fest: "Ohne Neukonzeption muss in einigen Jahren aufgrund der Kostenstruktur und des Zustandes ein Bad geschlossen werden." Zu klären sei, ob mit Landesmitteln gerechnet werden könne. Für die CDU-"Sportler" ist es erklärter Wille, die Neukonzeption "so schnell wie möglich" umzusetzen. Knipprath: "Wir streben eine Entscheidung des Stadtrates noch vor den Sommerferien an. Ich kann mir vorstellen, dass Ende 2002, Anfang 2003 der Umbau beginnen könnte." Obwohl am kommenden Montag die Sondersitzung des Rates ansteht, will die Sport-Fraktion an diesem Tag ihre Haltung den Fraktionskollegen darstellen. In der Sportausschuss-Sitzung drei Tage später soll ein Arbeitskreis einberufen werden, der aus neun Politikern der Rats-Fraktionen sowie zwei, drei Vertretern aus der Verwaltung bestehen soll. In diesem Gremium sollen alle weiteren Details besprochen werden.

Klaus D. Schumilas