CDU: Dritte Gesamtschule hilft niemandem weiter

„Ein Vorschlag wird nicht dadurch besser, dass man ihn in regelmäßigen Abständen gebetsmühlenartig wiederholt.“ Mit diesen Worten reagierte der schulpolitische Sprecher der CDU, Andreas Hamacher, auf die erneute Forderung der SPD und einigen Elternvertretern nach einer dritten Gesamtschule in Neuss.
„Wer wie die SPD und einige Elternvertreter die Errichtung einer dritten Gesamtschule vorschlägt, der muss auch sagen, welche anderen bestehenden Schulen er dafür schließen möchte. Das gehört zur Ehrlichkeit in der Diskussion dazu“, so Hamacher weiter.
Die CDU sieht dabei mit großer Sorge, dass die Diskussion um die dritte Gesamtschule in Neuss nur die Spitze des Eisberges ist. Rot, Dunkelrot und Grün wollen im Falle eines Wahlsieges bei den Landtagswahlen am 9. Mai alle Neusser weiterführenden Schulen zugunsten einer Einheitsschule auflösen.
„Insofern erleben wir im Moment eine geradezu groteske Situation. Denn sollte eine Einheitsschule nach der Vorstellungen roter Bildungsphantasien eingeführt werden, bedeutet dies das Aus für alle Neusser Gymnasien, Real-, Haupt- und auch Gesamtschulen“, erläutert der CDU-Schulpolitiker.
„Wir freuen uns, dass wir in Neuss – entgegen dem Landestrend – zwei gut arbeitende Gesamtschulen mit engagierten Schulleitungen haben. Die Faktenlage spricht jedoch klar gegen die Errichtung einer dritten Gesamtschule.“ So seien zum Schuljahr 2007/2008 noch 541 Schülerinnen und Schüler an den Neusser Gesamtschulen angemeldet worden, während es nur noch 468 in diesem Jahr sind. Die meisten Schülerinnen und Schüler, die heute an einer Gesamtschule abgewiesen werden, verfügen über eine Hauptschuleignung. Voraussetzung für die Errichtung einer Gesamtschule ist jedoch auch ein hinreichendes Schülerpotenzial zur Errichtung einer Oberstufe. Genau dieses Potenzial werde durch die bestehenden Gesamtschulen jedoch bereits abgeschöpft.
„Bei verständiger Würdigung der Faktenlage erweist sich die Forderung nach einer dritten Gesamtschule als Luftnummer. Ich rufe alle Beteiligten – insbesondere die Kolleginnen und Kollegen der SPD – dazu auf, gemeinsam mit der CDU unser Schulsystem weiterzuentwickeln. Das bedeutet im Klartext: wir brauchen kleinere Klassen, einen bedarfsgerechten Ausbau der Ganztagsangebote und eine bessere Durchlässigkeit des Systems. Hier sind wir bereits heute auf einem sehr guten Weg“, so Hamacher abschließend.