CDU diskutierte über Shell-Jugendstudie: Jugend braucht mehr Freiraum

Die Jugend von heute braucht mehr Freiräume und weniger Einengung in der Lebensplanung. Das ist das Ergebnis einer Diskussion zur 17. Shell-Jugendstudie. Der CDU-Vorsitzende Dr. Jörg Geerlings und der CDU-Jugendpolitiker Thomas Kaumanns hatten zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung darüber eingeladen. Rund 50 Personen waren dem gefolgt, vor allem viele Akteure der Jugendhilfe, Vertreter von Vereinen, Verbänden, Kirchengemeinden und anderen Jugendhilfeträgern.

Eingangs stellte Prof. Dr. Patrik Höring vom Erzbistum Köln die Ergebnisse der Studie vor. Er beschrieb die Jugend von heute als optimistisch und pragmatisch, fast schon erwachsen und angepasst, aber kaum noch aufmüpfig. Sicherheit und Stabilität seien wichtige Werte, und zwar sowohl im Privaten (Familie) wie auch im Öffentlichen (Angst vor Terror und Krieg); wirtschaftliche Ängste hingegen spielten derzeit eine geringe Rolle. Das politische Interesse der jungen Menschen steige wieder an.

Im Laufe der von viel Fachkunde geprägten Diskussion kristallisierte sich vor allem der Wunsch heraus, man möge Kindern und Jugendlichen mehr Freiraum gewähren – vor allem um Kind zu sein und phantasievoll leben zu können; denn das sei eine Grundvoraussetzung dafür, um eigene Wertvorstellungen zu entwickeln und eigenen Neigungen nachzugehen. „Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen. Sie brauchen mehr Freiheit von den Zwängen und Anforderungen der Systeme Schule und Wirtschaft. Wir werden uns Gedanken dazu machen, was wir in Neuss dazu beitragen können“, umriss Thomas Kaumanns einen Arbeitsauftrag aus der Diskussion. „Eine andere, ebenso wichtige Frage ist, wie wir das steigende politische Interesse in konkretes Engagement ummünzen können. Dazu werden wir uns gemeinsam mit der Jungen Union Gedanken machen.“

Den Wunsch einiger Teilnehmer, einen solchen Austausch zwischen Politik und Praxis öfter zu ermöglichen, griff Jörg Geerlings gerne auf: „Wir werden das wiederholen.“