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CDU-Arbeitskreis beriet über Hochbegabten-Förderung

27.04.2001 2 Minuten Lesezeit

    Intensiv beschäftigte sich der Arbeitskreis Schule der CDU mit dem Thema Hochbegabten-Förderung und der Unterstützung leistungsstarker Schüler. „Grundsätzlich hat jedes Kind ein Anrecht auf individuelle, differenzierte Förderung. Was für leistungsgeminderte und behinderte Schüler gilt, muss auch für Hochbegabte und Leistungsstarke selbstverständlich sein,“ unterstrich die Sitzungsleiterin Dorothea Gravemann, stellvertretende CDU-Vorsitzende.

    Viele Anstrengungen werden zum Beispiel im Gymnasium Marienberg gemacht, um begabte Schülerinnen schon nach 8 Jahren zum Abitur zu führen. Dr. Linde Becker, Mathematiklehrerin dort schilderte anschaulich die unterschiedlichen Fördermaßnahmen wie den Wechsel von 10.1 direkt nach 11.2 in der Oberstufe mit Unterstützung durch Liftkurse oder den individuellen Sprung in die übernächste Schulstufe beim Schuljahrswechsel. Zahleiche Wettbewerbe und Arbeitsgruppen-Angebote wecken das Interesse der Schülerinnen und tragen so zur Förderung bei. Zuvor hatte Frau Dr. Klapdor-Volmer, Leiterin des schulärztlichen Dienstes im Kreis Neuss, die Möglichkeiten der Schuleingangsuntersuchung dargestellt. Dabei sei es schwierig, Hochbegabung zweifelsfrei festzustellen. Gewissheit könne erst eine unfassende psychologische Untersuchung bringen.

    Im Arbeitskreis bekräftigte man die Forderung des Arbeitskreises nach dem Abitur nach 12 Jahren.„Den meisten leistungsstarken Schülern wäre damit bereits geholfen und die Gymnasien hätten Kapazitäten frei. Spezialbegabungen in einzelnen Fächern individuell stärker zu fördern,“ formulierte die schulpolitische Sprecherin der Ratsfraktion Ulla von Nollendorf. Dazu müssten den Schulen aber auch die geeigneten Mittel und Lehrerstellen vom Land zur Verfügung gestellt werden. Begabtenförderung gebe es nicht zum Nulltarif, das müsse das Land einsehen, so von Nollendorf.

    Ein Vorschlag von Dr. Hans-Georg Loose, sachkundiger Bürger im Schulausschuss, in Zusammenarbeit mit der Uni Düsseldorf schulübergreifend nachmittags Kurse in Neuss anzubieten, die besonders interessieren und leistungsstarken Schülern ein fachspezifisches, qualifiziertes Angebot des Lernens machen, wurde vom Arbeitskreis unterstützt.

    Für die kleine Gruppe der wirklich Hochbegabten gibt es zur Zeit bundesweit drei besondere Schulen. Arbeitskreisleiter Dr. Hans Josef Holtappels brachte als Standort einer bereits konzeptionell vom Land genehmigten Schule die Stadt Neuss ins Gespräch. „Es gibt hochbegabte Kinder, die an einer solchen Schule auch wegen ihrer sozialen Entwicklung am besten untergebracht sind. Die zentrale Lage von Neuss würde es vielen Schülerinnen und Schülern ermöglichen, täglich zu fahren und so die sonst nötige Unterbringung im Internat zu vermeiden,“ argumentierte Dr. Holtappels für das Angebot. Die entstehenden Kosten müssten für die Eltern ebenso abgedeckt werden, wie es bei behinderten oder leistungsschwachen Kindern üblich sei, war sich der Arbeitskreis einig.
    Die vom Land vorgeschlagenen Lösungen, etwa Profiklassen, seien Mogelpackungen, die ein Engagement der Landesregierung nur vortäuschen sollten. „Hier soll mit wenig Einsatz der Eindruck von Begabtenförderung entstehen,“ bewertete Dr. Holtappels den Ansatz der rot/grünen Landesregierung.