Brückenschlag zwischen den Häfen

Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 1. August 2006

Karl Heinz Baum
Karl Heinz Baum

Im Rathaus der Landeshauptstadt setzten Vertreter der CDU-Ratsfraktion von Neuss und Düsseldorf ihren Planungsdialog fort. Neben den Ausschuss-Vorsitzenden Dr. Alexander Fils (Düsseldorf) und Karl Heinz Baum (Neuss) saßen auch die Fraktionsvorsitzenden der Christdemokraten, Dirk Elbers (Düsseldorf) und Dr. Bernd Koenemann (Neuss) sowie Düsseldorfers Ratsherr Herbert Braun, Aufsichtsrat der Neuss/Düsseldorfer-Häfen am Tisch. Im Gespräch mit NGZ-Redakteur Klaus D. Schumilas fasste Karl Heinz Baum das Treffen zusammen.

Herr Baum, Neusser und Düsseldorfer CDU-Kommunalpolitiker trafen sich jetzt zu einem „Planungs-Gipfel“. Das klingt nach einer sehr wichtigen Veranstaltung. Ist denn für die Neusser dabei etwas Gutes herausgekommen?

Karl Heinz Baum Im Ergebnis waren die Gespräche positiv - für beide Seiten.

Warum setzen sich Neusser und Düsseldorfer an einen Tisch? Wo gibt es Verbindendes? Wo gemeinsame Themen?

Baum Die Gespräche haben gezeigt, dass wir in vielen Bereichen grenzüberschreitende Probleme haben, die wir am besten gemeinsam angehen müssen. Es gibt viele Berührungspunkte, zum Beispiel bei den beiden Hafen, bei der Erschließung von Gewerbegebieten oder beim Verkehr.

Sie werten die Hafen-Fusion als vollen Erfolg. Sie sagen, für weiteres Wachstum fehlt eine leistungsfähige Straßenanbindung. Brauchen wir eine neue Straße oder muss ein bestehende ausgebaut werden?

Baum Die Fusion der beiden Häfen ist von allen Teilnehmern als ein voller Erfolg bewertet worden. Wir müssen uns aber auch den Aufgaben von Morgen stellen. Wenn man berücksichtigt, dass der Rotterdamer Hafen in den kommenden Jahren von einem Zuwachs beim Container-Umschlag von 30 Prozent ausgeht, dann hat das natürlich auch Auswirkungen auf die Binnenhäfen. Schauen Sie sich nur die Verkehrssituation im Bereich der Völklinger Straße an. Dort sehen die Düsseldorfer Handlungsbedarf, um die Zufahrt zum Hafen deutlich zu verbessern.

Sie sprechen auch von einer Verbindung zwischen den beiden Häfen. Das kann doch nur eine Brücke sein?

Baum Stimmt. Aber das ist ein langfristiges Projekt.

Sie haben auch über den Hochwasserschutz und die neue Hubbrücke gesprochen. Wie beurteilen Sie die geplante neue Radwegeverbindung entlang der Ölgangsinsel nach Düsseldorf?

Baum Das wäre eine sehr attraktive neue Radverbindung.

Mit Chancen auf schnelle Verwirklichung?

Baum Eine Frage der Finanzierung. Wenn es tatsächlich 80 Prozent Zuschüsse gibt, kann man sich mit dem Thema beschäftigen.

Die Neusser CDU unterstützt die U 81-Stadtbahn. Kenner sagen, dass sie in den nächsten 15, 20 Jahren aus Kostengrünen nicht kommen wird. Also eine Vision.

Baum Zurzeit wird in Düsseldorf der Verkehrsentwicklungsplan verabschiedet, er auch diese Verbindung zwischen Düsseldorf-Messe und Lörick beinhaltet. Wir als CDU begrüßen das Vorhaben, weil es bekanntlich Pläne gibt, diese Stadtbahn auf Neusser Gebiet über die Düsseldorfer Straße und Batteriestraße bis ins Hammfeld zu verlängern. Aber der Realisierungshorizont der Düsseldorfer reicht schon bis ins Jahr 2020. Daher ist dies keine aktuelle Frage.

Das bedeutet, dass sich die CDU in diesem Bereich anderen Themen stellt. Zum Beispiel der Herausnahme der Straßenbahn aus dem Hauptstraßenzug?

Baum Das stimmt. An diesem Thema arbeiten wir und werden noch in diesem Jahr einen Entwurf in die politischen Gremien einbringen.

Die Stadt braucht eine Erschließung ihres Gewerbegebietes Bataverstraße über Düsseldorfer Stadtgebiet. Wie sieht der große Nachbar dies?

Baum Wir haben angeboten, dass ein Teil der im Neusser Flächennutzungsplan vorgesehenen Gewerbegebietsflächen über die Zülpicher Straße in Düsseldorf angebunden werden. Düsseldorf ist nicht abgeneigt. Das muss man vor dem Hintergrund sehen, dass die Stadt Neuss seit Jahrzehnten über die Heerdter Buschstraße wesentliche Teile des Gewerbeverkehrs aus Heerdt abwickelt und damit die Heerdter Wohnbereiche auf Düsseldorfer Seite entlastet.