Ausbildungsbörse gut besucht

Die Schule erfolgreich absolviert, doch was kommt danach? Mehr als 300 Jugendliche aus dem gesamten Kreisgebiet nutzten am Dienstag bei der Ausbildungsbörse in der Neusser Nordstadthalle die Gelegenheit, sich an 24 Ständen ein eigenes Bild über mögliche Berufe zu machen.

Die Veranstaltung wurde von der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung und dem Kreisverband der Jungen Union Neuss (JU) angeboten. Jörg Geerlings (JU), der die Börse organisierte, hatte schon bei der Auswahl der Stände auf eine ausgewogene Mischung geachtet. So war die Rheinland-Versicherung ebenso vertreten wie das Rechtsanwaltsbüro Dr. Hüsch, konnten die Jugendlichen sich beim Stand der Bundeswehr über den Dienst als Offizier erkundigen, gewährte Thomy einen Einblick in aktuelle Ausbildungsangebote.

Auch die Neuß-Grevenbroicher Zeitung (NGZ), die Neusser Druckerei und Verlag (NDV) sowie das Computerhaus Tricus beantworteten die zahlreichen Fragen, gaben Tipps zum erfolgreichen weiteren Werdegang der Absolventen. Schon vor Beginn der Veranstaltung um zehn Uhr strömten interessierte Schülermassen durch die Gänge im Saal der Nordstadthalle. Insgesamt rund 300 Besucher kamen, so schätzen die Veranstalter. Vermutlich wegen des Traumwetters bröckelte die Nachfrage gegen 12 Uhr rapide ab. Und als Stargast Rainer Bonhof dann die Halle betrat, dürfte er gut im Altersdurchschnitt aller Anwesenden gelegen haben - denn die Berater an den Ständen waren weitestgehend unter sich.

Information statt konkrete Vermittlung - dieses Anliegen der Ausbildungsbörse hatte Geerling schon vorab bekannt gegeben. Und dieser Tenor war auch aus den Fragen der Standbesucher herauszuhören: Viele wollten sich einfach im Vorfeld über veschiedene Berufe informieren, hatten noch keine spezielle Neigung entwickelt oder gar einen "Traumberuf" im Visier. An den meisten Ständen waren auf beiden Seiten des Beratertisches Jugendliche vertreten: einmal diejenigen, die sich informieren wollten; zum anderen Auszubildende, die einen Einblick in die Abläufe ihres Ausbildungsberufes gewährten.

So gaben am Stand der Victoria-Versicherung gleich drei Azubis Auskünfte: Versicherungskaufmann, Kauffrau für Bürokommunikation und mathematisch-technischer Assistent. Computer und Informationstechnik-Berufe sind nach wie vor sehr gefragt - das bestätigten auch die vielen Fragen zu diesen Bereichen, die auf der Börse gestern gestellt wurden. Ekkehard Begalke von der Neusser Software-Entwicklungsfirma "Seeb" skizzierte die allgemeine Entwicklung in der Branche: "In den kommenden fünf Jahren sind im IT-Bereich voraussichtlich 400.000 neue Stellen zu besetzen."

Der kleine Softwarebetrieb aus Reuschenberg leistet mit seinem Azubi jedenfalls auch einen Beitrag zur Ausbildung des Nachwuchses. "Nach wie vor sind immer noch gute Kenntnisse in Mathematik nötig, um im IT-Bereich unterzukommen. Neben guten Noten zählt bei mir vor allem das persönliche Gespräch mit Bewerbern, um mir ein Bild machen zu können." Auch am stand der Industrie- und Handelskammer (IHK) herrschte rege Nachfrage. Auch die Frage nach dem verdienst war oft zu hören - vor allem die hochdotierten Berufe - Banken, Handel, Versicherungen - lagen sehr gut bei Bewerbern im Rennen. Christoph Pütz