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Abtreibungen steigen an - bei minderjährigen Müttern Verdoppelung

30.03.2005 1 Minute Lesezeit

Seit 2001 ist die Zahl der Abtreibungen in Deutschland erstmals wieder gestiegen. Der Anteil der minderjährigen Frauen hat sich seit neun Jahren fast verdoppelt. Ein Trend, den Stephanie Wellens, Leiterin des Arbeitskreises Familie der CDU, mit Sorge aufnimmt: "Unsere Gesell-schaft braucht Kinder, aber vor allem Achtung vor dem menschlichen Leben." Der Arbeitskreis hat sich eingehend mit dem Thema Abtreibung befasst, unter anderem ein Gespräch mit der Neusser Beratungsstelle des Vereins Donum Vitae geführt.

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden meldete für das vergangene Jahr 129.600 Schwangerschaftsabbrüche - 1.600 mehr als noch 2003. Zum Vergleich: Es wurden 712.000 lebendgeborene Kinder registriert, 3.000 oder 0,5% weniger als 2003. Erneut gestiegen ist der Anteil der minderjährigen Frauen an allen Abtreibungen: Er lag mit 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Punkte höher. Damit setzte sich ein seit 1996 anhaltender Trend fort: Damals lag der Anteil der Minderjährigen noch bei 3,6 Prozent.

Entgegen vielfach verbreiteter Vorurteile wurden weniger als drei Prozent der Abtreibungen aus medizinischen oder kriminologischen Gründen vorgenommen, also beispielsweise wegen gesundheitlicher Risiken für die Mutter oder nach einer Vergewaltigung. "Frauen treiben ab, weil sie um ihren Arbeitsplatz fürchten, aus finanziellen Sorgen oder weil sie von ihrem Partner und ihren Familien unter Druck gesetzt werden," meint Tobias Goldkamp, der mit Wellens den CDU-Arbeitskreis Familie leitet. Der negativen Entwicklung müsse aus drei Seiten Einhalt geboten werden: "Der Staat muss für bessere Betreuungs-angebote sorgen, die Wirtschaft junge Mütter fair behandeln und wir alle müssen mehr hinsehen, wenn junge Frauen von Partnern und Familien unter Druck gesetzt oder im Stich gelassen werden."