CDU Neuss betont christliches Menschenbild

„Aufmerksam sein und genau hinsehen“ ist Dr. Jörg Geerlings, Vorsitzender der CDU Neuss, besonders wichtig. Die Partei arbeitet auf, dass im Stadtteilwahlkampf von Politik-Neueinsteiger Yasar Calik Werbemittel mit CDU-Logos verwendet wurden, die durch einen Halbmond mit Stern ergänzt waren. Die Verbreitung der veränderten Logos hat die Partei gestoppt.

„Wir gestalten unsere Politik auf der Grundlage des christlichen Verständnisses vom Menschen,“ zitiert Geerlings das CDU-Wahlkampfprogramm und erklärt: „Erstens sind wir für alle Menschen offen, ohne Ansehung ihres Glaubens und ihrer Abstammung. Zweitens verzeihen wir Fehler, die korrigiert wurden. Drittens bleiben wir bei den christlichen Werten, mit denen wir seit fast 60 Jahren in Neuss und in Deutschland erfolgreich sind.“ Das Bekenntnis zu den Grundwerten der Union erwarte Geerlings von allen Kandidaten.

Im Wahlkampfteam will er im Gespräch mit Calik die Angelegenheit weiter aufarbeiten. Zugleich warnt er vor vorschnellen Schlüssen: „Yasar Calik wurde als Kind türkischer Zuwanderer in Deutschland geboren, ist deutscher Staatsbürger und diente 12 Jahre als Bundeswehrsoldat unserem Land. Heute schafft er als erfolgreicher Fahrschulunternehmer Arbeitsplätze.“ Calik habe seinen Fehler bedauert und bekenne sich klar zu den Werten der Union.

Unterdessen weist Tobias Goldkamp, CDU-Vorstandsmitglied und in der Evangelischen Kirche engagiert, Gerüchte zurück, im Wahlkreis Barbaraviertel sei gezielt ein Kandidat christlichen Glaubens verhindert worden: „Jörg Geerlings und Herbert Napp haben mich gefragt, ob ich dort kandidieren möchte. Ich musste aus zeitlichen Gründen ablehnen. Jeder, der wollte, konnte sich bei den CDU-Mitgliedern als Kandidat bewerben. Ich habe mich über die Kandidatur von Yasar Calik gefreut und sehe keinen Grund, an der Treue der CDU Neuss zu den christlichen Werten zu zweifeln. Niemand wird dadurch am Kirchgang gehindert, dass von den 29 Direktkandidaten der CDU auch eine Person islamischen Glaubens ist.“ Im Kandidatenteam der Union seien zudem viele kirchlich engagierte Menschen.